PM Nr. 85 – 17. Oktober 2008 „Großbrand Reifengroßhändler in Rodenbach“

Rodenbach – Die Feuerwehr Otterberg unterstützte mehrmals die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Weilerbach während und nach einem Großbrand bei einem Reifengroßhändler in Rodenbach. Am Samstag, den 11. Oktober, wurde gegen 14 Uhr der Brand auf dem Betriebsgelände entdeckt. Feuerwehren aus dem Landkreis, der Stadt Kaiserslautern sowie aus den Nachbarkreisen waren im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Katastrophenschutz, THW und Polizei waren ebenfalls an der Einsatzstelle tätig. Mehrere Hundert Einsatzkräfte waren im Einsatz.

Größe Mengen an Schaummittel stellten Wehren aus der Region sowie die Berufsfeuerwehr Saarbrücken und die Werkfeuerwehr BASF Ludwigshafen zur Verfügung. Auch in Frankfurt / Main wurde Löschschaum angefordert.

Den entstandenen Sachschaden allein an verbrannten oder beschädigten Reifen wird auf zehn Millionen Euro geschätzt. Zwischen 300.000 und 500.000 Reifen hatte der Betrieb vor dem Brand eingelagert.

Samstagnachmittag bis Sonntagabend
Am späten Nachmittag forderte die Einsatzleitung ein Fahrzeug mit Schaummittel und Leichtschaumgenerator aus Otterberg an. Drei Einsatzkräfte rückten daraufhin mit 300 Liter Schaummittel und einem Leichtschaumgenerator aus. Jedoch wurde das Fahrzeug nicht eingesetzt und fuhr nach einigen Stunden Wartezeit zurück nach Otterberg.

Während den Nachtstunden waren zwei Feuerwehrangehörige mit Stromgeneratoren und Halogenlampen vor Ort, um die Einsatzstelle auszuleuchten. Am frühen Sonntagmorgen rückte die Otterberger Drehleiter und wenig später das Löschgruppenfahrzeug mit Atemschutzgeräteträgern aus. Zuerst wurden die Einsatzkräfte aus der Wallonenstadt im Einsatzabschnitt Nord eingesetzt. In einer Halle brannte es noch an einigen Stellen. Schaum wurde über die Drehleiter vorgenommen und die auflodernden Stellen gelöscht. Das Hallendach lag auf dem Brandgut. Das erschwerte die Brandbekämpfung. Die Halle konnte wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden.

Nach einer Essens- und Erholungspause wurde die Mannschaft im Einsatzabschnitt West eingesetzt. Auftrag war letzte Glutnester in einer Lagerhalle zu löschen. Bagger räumten einen Teil des bereits gelöschten Brandguts heraus, damit ein wenig Platz in der Halle war. Auf den freien Plätzen wurden noch rauchende Brandschuttberge umgesetzt und mit Schaum abgelöscht. Hier wurde ein Bagger mit Greifarm eines Schrottplatzes eingesetzt. Wehrführer Hendrik Braun war dort während der ganzen Zeit Abschnittsleiter.

Nach rund 12 Stunden war für die Mannschaft aus Otterberg der Einsatz zu Ende und sie trat die Heimfahrt an. In den frühen Abendstunden hatte die Feuerwehreinsatzzentrale Alarm für die Wehren aus Heiligenmoschel und Schallodenbach ausgelöst. Jedoch wurden die Kräfte nicht mehr benötigt und die Einsatzbereitschaft wurde nach einigen Minuten wieder aufgehoben.

Während den letzten Löscharbeiten im Einsatzabschnitt Nord wurde über die Otterberger Drehleiter mit Schaum gelöscht. Der Feuerwehrmann im Korb trug ein Atemschutzgerät.
Während den letzten Löscharbeiten im Einsatzabschnitt Nord wurde über die Otterberger Drehleiter mit Schaum gelöscht. Der Feuerwehrmann im Korb trug ein Atemschutzgerät.

Fahrzeug für Kurierfahrten
Am Dienstag forderte die Einsatzleitung um 12:30 Uhr von der Feuerwehr Otterberg ein Fahrzeug für verschiedene Kurierfahrten an. Material wurden zur Berufsfeuerwehr Kaiserslautern und nach Ludwigshafen gefahren. Das Fahrzeug und zwei Einsatzkräfte waren rund sieben Stunden unterwegs.

Nachlöscharbeiten dauern mehrere Stunden
Am Mittwochmorgen fuhren zehn Feuerwehrangehörige erneut nach Rodenbach, um die Nachlöscharbeiten personell zu unterstürzen. Zuvor waren bereits andere Feuerwehren in diese Aufgabe eingebunden. Ein Bagger mit Greifarm schichtete den noch rauchenden Brandschutt Stück für Stück um. Mit zwei Strahlrohren wurde es abgelöscht. Diese Prozedur dauerte mehrere Stunden. Der Brandschutt bestand aus ganzen oder Teilen von Autoreifen und verbogenem Stahl – vor dem Brand waren es Lagerregale.

Die stundenlange Arbeit machte sich bezahlt. Der Brandschutt rauchte nicht mehr. Die Überprüfung mit einer Wärmebildkamera bestätigte die Vermutung: Keine Hitze mehr im Brandschutt. Feuer aus!
Nach der Arbeit waren die Einsatzkleidung und Gesichter der Einsatzkräfte schwarz. Der Anblick erinnerte an eine Gruppe Bergmänner am Ende der gemeinsamen Schicht. Um die Reinigung der verschmutzten Kleidung kümmert sich eine Fachfirma.

Der Bagger war mit einem Greifarm ausgestattet und schichtete das Brandgut während den Nachlöscharbeiten um. Mit zwei Strahlrohren wurde abgelöscht.
Der Bagger war mit einem Greifarm ausgestattet und schichtete das Brandgut während den Nachlöscharbeiten um. Mit zwei Strahlrohren wurde abgelöscht.