Feuerwehren öffnen sich weiter für Arbeit mit Kindern

Rund 11.500 Kids in Bambinigruppen / Trend zu jüngerem Aufnahmealter

Berlin – „Ich will Feuerwehrmann werden“ – diesem Kinderwunsch öffnen sich die Feuerwehren in immer mehr Ländern: Bundesweit sind rund 11.500 Mädchen und Jungen in so genannten Kinder- und Bambinifeuerwehren aktiv, mit steigender Tendenz.

In mehr als der Hälfte der Bundesländer haben sich Kinder in der Feuerwehr zwischenzeitlich durchgesetzt, in vierstelliger Höhe in Niedersachsen, Thüringen, Hessen und Sachsen-Anhalt. Einige Landesfeuerwehrverbände führen Kampagnen mit umfassender inhaltlicher Unterstützung durch, wie beispielsweise in Rheinland-Pfalz.

„Kaum etwas ist beeindruckender für Kinder als Feuerwehren. Diese Begeisterung sollten die Feuerwehren nutzen. Denn wenn sie erst Kinder vom zehnten Lebensjahr an und später aufnehmen, sind viele schon an andere Vereine gebunden und die Mitgliedergewinnung ist ungleich schwieriger“, betont Bundesfamilienministerin a. D. Claudia Crawford, Vorsitzende des Beirates des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). „Natürlich bedeutet das für die Feuerwehren, dass sie sich auf die kleinen Feuerwehrnachwuchskräfte ganz anders einstellen müssen. Die vielen schon bestehenden Kinder- und Bambinifeuerwehren zeigen, wie es geht. Ich unterstütze ausdrücklich die Bemühungen der Landesfeuerwehrverbände in diesem Bereich.“

„Der DFV nimmt diese Entwicklung auf und macht sie in einem ersten Schritt transparent. Während des 28. Deutschen Feuerwehrtages im Juni in Leipzig werden wir beim Thementag Facharbeit am Mittwoch, dem 9. Juni, von neun Uhr an Modelle und Rahmenbedingungen darstellen“, sagt DFV-Präsident Hans-Peter Kröger. „Für kommendes Jahr bereitet die Deutsche Jugendfeuerwehr einen Kongress zu diesem Thema vor“, ergänzt Bundesjugendleiter Hans-Peter Schäfer.

Brandschutzerziehung und behutsames Kennenlernen der Feuerwehrarbeit, Gesundheits- und Verkehrserziehung, Natur- und Umweltschutz – damit beschäftigen sich die Jüngsten in den Feuerwehren unter fachkundiger, ehrenamtlicher Betreuung und Anleitung. Einfache kindgerechte Freizeitangebote wie Spielen und Basteln gehören bei den meisten Kindergruppen ebenso zum Angebot.

Sechs Länder erlauben Start in die Feuerwehr für Abc-Schützen

Aus dem veränderten Freizeitverhalten und der demographischen Entwicklung haben die Feuerwehren und Gesetzgeber Konsequenzen gezogen: In sechs Bundesländern wurde das Aufnahmealter auf sechs Jahre gesenkt, drei Länder haben ein noch niedrigeres beziehungsweise gar kein landesweites Mindestalter. Feuerwehren in zwei weiteren Ländern nehmen Mädchen und Jungen von acht Jahren an auf, bei den anderen können Kinder mit zehn oder zwölf Jahren die Uniform der Jugendfeuerwehr anziehen.

Auch wenn die Entwicklung noch am Anfang steht, so ist das Feld Kinder in der Feuerwehr zum Teil schon gut evaluiert, beispielhaft durch eine sehr detaillierte Abfrage und Statistik des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt. Dort finden Kinderfeuerwehren mittlerweile hohe Akzeptanz (in 92 Prozent der Freiwilligen Feuerwehren mit Kindergruppe). Die meisten Gruppen treffen sich vierzehntägig (65 Prozent). 80 Prozent erhalten finanzielle Förderung durch ihre Kommunen. 16 Prozent der Betreuer haben eine pädagogische Berufsausbildung. Und 95 Prozent der Betreuer sind auch in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, ergab die Erhebung in Sachsen-Anhalt.

Feuerwehrtag stellt Konzepte zur Arbeit mit Kindern vor

Konzepte zum Thema Kinder in der Feuerwehr werden beim Thementag Facharbeit im Rahmen des 28. Deutschen Feuerwehrtages 2010 vorgestellt. Der Workshop findet am Mittwoch, 9. Juni 2010, von 9 bis 13.30 Uhr im Congress Center Leipzig statt und steht allen Interessierten offen. Nähere Informationen in Kürze unter www.feuerwehrtag.de.

Quelle: DFV-Presseinformation Nr. 23/2010 vom 8. April 2010