PM Nr. 70 – 16. Juli 2010 „Falschparker – Feuerwehr und Ordnungsamt führen gemeinsame Kontrollfahrten durch“

Otterberg – Am Mittwochabend, 14. Juli, überprüften Feuerwehr und Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Otterberg während zweier Kontrollfahrten die Rettungswege in Otterberg. Schwerpunkt war die Altstadt. Mit dem Einsatzleitwagen (ELW) und zwei Großfahrzeugen, darunter die Drehleiter, waren die Einsatzkräfte unterwegs. Zum ersten Mal führten Feuerwehr und Ordnungsamt solche Kontrollfahrten gemeinsam durch. Nach einer Verkehrsbegehung Anfang Juni wurde die Entscheidung getroffen, dass eine solche Vorbeugemaßnahme durchgeführt wird.

Ein falsch abgestellter Opel behinderte in der Wartenberger Straße die Durchfahrt der beiden Großfahrzeuge. Bilder: Feuerwehr Otterberg
Ein falsch abgestellter Opel behinderte in der Wartenberger Straße die Durchfahrt der beiden Großfahrzeuge. Bilder: Feuerwehr Otterberg

Erste Kontrollfahrt

Kurz nach 19 Uhr fuhr der Konvoi von der Feuerwehrunterkunft in Richtung Altstadt los. Bei einer Pizzeria in der Lutherstraße traten die ersten Probleme auf. Ein Poller behinderte das erste Großfahrzeug. Nach mehreren Minuten und viel Rangierarbeit kam der Rüstwagen durch. Die dahinter fahrende Drehleiter trat den Rückweg an, ohne die Eckstelle zu passieren.

Ohne die Großfahrzeuge passierte der ELW die Wallonenstraße. Der Transporter passte durch die teilweise zugeparkte Straße. “Die beiden Lkws hätten nicht durchfahren können”, urteilte ein Teilnehmer der abendlichen Kontrollfahrt. Die beiden Großfahrzeuge standen außerhalb der Straße in Bereitstellung.

Nach einer Runde mit dem ELW um die Abteikirche unterbrach ein Alarm die Kontrollfahrt. Alle Fahrzeuge fuhren zur Feuerwehrunterkunft zurück. Ein Unwetter mit orkanartigen Böen und starken Niederschlägen zog über die Pfalz hinweg. Der Konvoi war rund 30 Minuten unterwegs gewesen.

Zweite Runde nach der “Unwetter-Pause”

Nachdem das Unwetter vorbeigezogen war brachen Feuerwehr und Ordnungsamt zur zweiten Kontrollfahrt in Richtung Drehenthalerhof auf. In der Wartenberger Straße behinderte ein parkender Opel die Großfahrzeuge. Keine drei Meter Platz waren zwischen Fahrzeug und einer betonierten Stützmauer. Der Fahrer stand plötzlich vor seiner Haustür. “Ich habe nur kurz geparkt.”, lautete seine Entschuldigung gegenüber einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Der Halter wird in den nächsten Tagen eine Verwarnung in seinem Briefkasten vorfinden.

In der Otterberger Lauerstraße gab es gleich zwei problematische Stellen. Zum einem an einem Haus mit einem Erker. Hier passte das Tanklöschfahrzeug gerade so zwischen Gebäude und parkenden Fahrzeugen durch. An der Ecke Lauer- und Mühlstraße parkten zwei Fahrzeuge, die den Abstand von fünf Metern zum Einmündungsbereich nicht einhielten. Das Tanklöschfahrzeug konnte nur unter schwierigem Manövrieren die Stelle passieren. Auch diese Fahrzeughalter werden in den nächsten Tagen eine Verwarnung per Post erhalten.

Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrolliert, ob das Feuerwehrfahrzeug durch die Engstelle passt. Bilder: Feuerwehr Otterberg
Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrolliert, ob das Feuerwehrfahrzeug durch die Engstelle passt. Bilder: Feuerwehr Otterberg

Im Bereich der Abteikirche gab es ebenfalls zwei Beanstandungen. Zwischen einem an einer Mauer abgestellten Audi und einem gegenüberstehenden Fahnenmast waren keine drei Meter Platz, wie es laut gesetzlichen Vorgaben mindestens sein müssen. In der Einmündung Kloster- und Wallonenstraße parkten Fahrzeuge und erschwerten dem Großfahrzeug die Durchfahrt der vorgegebenen Linkskurve. Die zweite Runde war nach rund 50 Minuten beendet.

Fazit

Es gab einige Beanstandungen, die in den nächsten Tagen durch das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Otterberg bearbeitet werden. Insgesamt werden sechs Fahrzeughalter verwarnt.

Aus Feuerwehrsicht ist aufgrund der engen und historischen Bebauung in der Altstadt die Gefahr einer Brandausbreitung hoch. Daher ist hier eine schnelle Anfahrt ohne Verzögerungen erforderlich. Der letzte Gebäudebrand in der Altstadt liegt gerade drei Monate zurück. Am 1. April brannte der Dachstuhl einer ehemaligen Kneipe in der Hauptstraße. Dank einer frühen Erkennung und Verständigung der Feuerwehr war die Ausbreitungsgefahr auf angrenzende Gebäude gering.

Das Ordnungsamt behält sich vor weitere Kontrollfahrten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr durchzuführen.

So parken Sie richtig!

  • Halten Sie Rettungswege unbedingt frei.
  • Parken Sie weder im Parkverbot noch in Feuerwehrzufahrts- oder Abfahrtszonen.
  • Parken Sie nicht im unmittelbaren Kreuzungs- oder Einmündungsbereich. Ein Großfahrzeug hat einen größeren Wendekreis als ein PKW.
  • Parken Sie nicht in zweiter Reihe.
  • Parken Sie in engen Straßen nicht wechselseitig, da Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst ansonsten Slalom fahren müssen oder erst gar nicht durchkommen. Großfahrzeuge sind länger und breiter als ein PKW.
  • Stellen Sie ihr Auto nicht verbotswidrig ab, auch wenn Sie auch nur „eine Minute“ weg sind. Bereits eine Verzögerung von einer Minute kann bei einem Brand oder einem Herzinfarkt tödlich sein.
  • Auch beim Parken gilt: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“ Paragraf 1 „Grundregeln“ der Straßenverkehrsordnung (StVO).