Cottbus: Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt

Schichtarbeit erschwerte Training / Erfolgreicher Auftritt von Densberg

Logo "Deutscher Feuerwehrverband e.V." (DFV)

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Cottbus – Es sind nur wenige Minuten, doch sie sind der vorläufige Höhepunkt monatelanger Anstrengungen. Der Schweiß läuft in Strömen. Eine Wetterwebsite meldet, dass Cottbus gerade mit fast 40 Grad die heißeste Region Deutschlands ist. In diesen Minuten liegt der Staffellauf hinter den acht Feuerwehrleuten aus dem 400-Seelen-Ort Densberg. Kurz zuvor haben die Hessen den Löschangriff im Traditionellen Internationalen Feuerwehrwettbewerb absolviert. „Das war’s“, ruft Udo König. Der Angriffstruppführer strahlt über das ganze Gesicht. Die Kameraden fallen sich in die Arme. Keine Fehler beim Löschangriff, 37,8 Sekunden haben sie gebraucht. Bestzeit der Gruppe und im Vergleich zu den Trainingszeiten ein außerordentlich gutes Ergebnis – und das bei schwierigen Übungsbedingungen in der Heimat.

Seit Januar hat die Truppe trainiert; einmal pro Woche ist Übungstreffen. „Das war nicht immer einfach“, sagt Udo König. „Bis auf wenige Ausnahmen arbeiten alle Kameraden außerhalb unseres Dorfes. Einige sind zudem Schichtarbeiter – gemeinsame Termine zu finden ist da schwierig.“ Das gilt auch für die Tageseinsatzbereitschaft, die von den 27 Mitgliedern der Einsatzabteilung gewährleistet werden muss.

Die Wehr ist eine der ältesten Gruppen im Spitzenfeld der Wertungskategorie A. Das Durchschnittsalter liegt bei ungefähr 36 Jahren. „30 Lebensjahre trennen mich von unserem jüngsten Gruppenmitglied“, berichtet Udo Schulz, mit 47 Jahren der älteste Teilnehmer. Seit 1992 waren sie bei fast jeder Deutschen Meisterschaft dabei.

In diesem Jahr sind die Kameraden der Wettbewerbsgruppe schon weit herumgekommen. Für die Deutschlandwertung sind sie 300 Kilometer nach Bienenbüttel in Niedersachsen gereist. Der andere Wettkampf war dagegen „um die Ecke“ in Lich-Niederbessing im heimatlichen Hessen. „Für Platz 10 bundesweit hat es gereicht“, berichtet Teamchef Martin Gössel mit zurückhaltendem Stolz. „Wenn wir den dritten Termin auch geschafft hätten, wäre uns ein Platz unter den ersten fünf sicher gewesen.“

Nun schauen alle nach Mulhouse. Nächstes Jahr lockt die Olympiade des Weltfeuerwehrverbandes CTIF in Frankreich. Die Luft auf internationaler Ebene kennen die Densberger in jedem Fall schon: 1997 waren sie in Dänemark dabei.

Quelle: DFV-Presseinformation Nr. 44/2012 vom 28. Juli 2012