Fotojournalisten auf Konfrontation zur Feuerwehr

Gewerkschafts-Kampagne „Rettungsknipser“ belastet Miteinander vor Ort

Logo "Deutscher Feuerwehrverband e.V." (DFV)

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Berlin – Unter dem Titel „Rettungsknipser“ übt der Deutsche Journalistenverband scharfe Kritik an der Feuerwehr: Dessen Bundesvorsitzender wirft Feuerwehren „unlauteren Wettbewerb“ und „Preisdumping mit öffentlichen Mitteln“ vor, wenn Fotos von Einsätzen und Übungen durch Pressesprecher auch Medien zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt werden.

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) weist diese Vorwürfe entschieden zurück und nimmt seine Öffentlichkeitsarbeiter in Schutz: „Das gute Miteinander von Feuerwehrsprechern und Journalisten vor Ort wird aus wirtschaftlichen Interessen einer Minderheit von Foto- und Videojournalisten unnötig belastet“, sagt DFV-Präsident Hans-Peter Kröger.

Auf völliges Unverständnis stößt die Kampagne, weil sie Feuerwehrleute als gewissenlose Schaulustige darstellt. „Insbesondere der Videoclip ‚Rettungsknipser‘ ist geschmacklos und beleidigend; wenn er satirisch sein soll, ist er zumindest gedankenlos gemacht“, findet Kröger. „Dass der Gewerkschaftsvorsitzende dies auch noch mit einem Gesprächsangebot verknüpft, muss auf viele Feuerwehrangehörige wie Hohn wirken. Es geht auch deshalb fehl, weil der DFV in der Sache schon mit der Gewerkschaft in Kontakt steht.“

Pressearbeit der Feuerwehren wird in den Redaktionen anerkannt

DFV-Präsident Hans-Peter Kröger. Quelle: DFV / flickr.com
DFV-Präsident Hans-Peter Kröger. Quelle: DFV / flickr.com

Der Deutsche Feuerwehrverband weist den in der Kampagne entstandenen Eindruck zurück, Feuerwehren würden den Einsatzerfolg für spektakuläre Bilder hintenanstellen: „Keine Führungskraft würde das zulassen. Selbstverständlich gibt es überall klare Vorschriften zum Einsatzmanagement, vielfach auch zur Medienarbeit und zur Einsatzdokumentation“, erläutert Kröger.

Der Deutsche Feuerwehrverband hat sich schon in der Boomzeit des Reality-TV Ende der 1990er Jahre unmissverständlich darauf festgelegt, dass Feuerwehrleute keine Hilfskräfte für Journalisten sind. Damals hatten Medien offensiv versucht, regelmäßig Videomaterial von Feuerwehren zu erhalten.

Der Deutsche Feuerwehrverband hat sich schon in der Boomzeit des Reality- TV Ende der 1990er Jahre unmissverständlich darauf festgelegt, dass Feuerwehrleute keine Hilfskräfte für Journalisten sind. Damals hatten Medien offensiv versucht, regelmäßig Videomaterial von Feuerwehren zu erhalten.

DFV-Präsident Kröger bestätigt diese Haltung heute erneut: „Jeder hat seine Aufgabe. Wir respektieren die Tätigkeit der Medien und ermöglichen sie an Einsatzstellen auch unter Risiken. Die Pressesprecherinnen und Pressesprecher der Feuerwehren leisten unverzichtbare und gute Arbeit, die in den Redaktionen anerkannt ist und nachgefragt wird. Das erklärt auch die Schärfe der so genannten Kritik-Offensive des Journalistenverbandes. Unsere Öffentlichkeitsarbeit wird überwiegend sogar ehrenamtlich geleistet – allein deshalb geht der Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs fehl und wäre im konkreten Einzelfall möglicherweise justiziabel.“

Quelle: DFV- Presseinformation Nr. 51/2012 vom 19. September 2012