Kindergruppen öffnen Feuerwehr für Jung und Alt

DFV-Beiratsvorsitzende Crawford trifft Bambinigruppen in Rheinland-Pfalz

Logo "Deutscher Feuerwehrverband e.V." (DFV)

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Berlin – Die Freiwilligen Feuerwehren sollten Mädchen und Jungen bereits im Grundschulalter an ihre Arbeit heranführen – dafür hat sich die Beiratsvorsitzende des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Bundesministerin a. D. Claudia Crawford, ausgesprochen. Beim 8. Deutschen Feuerwehr-Verbandstag traf sie in Frankenthal Mitglieder der Bambinigruppen aus Germersheim und Bundenthal sowie deren Betreuerinnen und Betreuer zum Kennenlernen dieser ehrenamtlichen Jugendarbeit. Außerdem wurde das Pilotprojekt der Feuerwehr Hillesheim durch Petra Cornesse vorgestellt. Hier geht man einen anderen Weg und bietet die Bambinifeuerwehr als Arbeitsgemeinschaft in einer Ganztagsgrundschule an. Die Bundesjugendleitung um DFV-Vizepräsident Hans-Peter Schäfer begleitete Crawford dabei.

Quicklebendig und hoch konzentriert schilderten die Mädchen und Jungen der Germersheimer „Löschzwerge“ und die Bundenthaler „Feuerwehrknirpse“ ihre regelmäßigen Treffen zum Spielen, Basteln, für gemeinsame Unternehmungen und die kindgerechte Beschäftigung mit dem Brandschutz im Feuerwehr-Gerätehaus. Besonders fasziniert zeigten sie sich von den Feuerwehr-Fahrzeugen. Familienministerin a. D. Crawford entlockte den Kindern aber auch, wie sie gegenüber Schulfreunden zu ihrem Hobby stehen und ob sie dort weiteren Kindern Lust auf die Bambinifeuerwehr machen.

DFV-Beiratsvorsitzende Claudia Crawford (hinten) und DFV-Vizepräsident Hans-Peter Schäfer (vorne) mit Mitgliedern der Bambinigruppen aus Germersheim und Bundenthal. Foto: Sönke Jacobs/DFV
DFV-Beiratsvorsitzende Claudia Crawford (hinten) und DFV-Vizepräsident Hans-Peter Schäfer (vorne) mit Mitgliedern der Bambinigruppen aus Germersheim und Bundenthal. Foto: Sönke Jacobs/DFV

Praktische Fragen wie beispielsweise der Versicherungsschutz oder Kindersitze für Ausfahrten sind geregelt. Herausforderungen seien dagegen die finanzielle Ausstattung und das Finden geeigneter Betreuer, erfuhr die DFV-Beiratsvorsitzende von Verantwortlichen. An dem Gespräch nahmen auch Fachbereichsleiter Michael Klein und Carl-Heinz Cäsar vom Landesfeuerwehrverband (LFV) Rheinland-Pfalz teil. Ihre konzeptionelle Arbeit und Unterstützung seitens des LFV fand große Anerkennung.

„Was andere Vereine und Institutionen können, das können wir doch auch“, meinte Cäsar. Und ein Betreuer ergänzte: „Wenn wir warten, bis die Kinder zehn Jahre oder älter sind, dann haben sie sich längst einem anderen Hobby zugewandt.“

„Das ist genau der Punkt: Kinder dürfen überall hin – oft nur nicht in die Feuerwehr“, folgerte die DFV-Beiratsvorsitzende. Kinder in eine solche Vorbereitungsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr aufzunehmen bedeutet auch mehr, als sie frühzeitig für dieses Ehrenamt zu interessieren. „Es ist ein Hobby, das Kinder, Mütter und Väter gemeinsam haben können“, erfuhr Crawford bei dem Treffen. Denn der Tochter oder dem Sohn folgt gar nicht so selten auch die Mutter als Betreuerin und schließlich als Einsatzkraft in die Freiwillige Feuerwehr.

Der Deutsche Feuerwehrverband will den Trend zum jüngeren Aufnahmealter unterstützen. Er hat eine Projektgruppe mit erfahrenen und interessierten Vertretern aus den Bundesländern ins Leben gerufen, die Empfehlungen und Anleitungen zusammenstellen sowie organisatorische Fragen klären. Eine Arbeitsgruppe ist damit beschäftigt, ein bundeseinheitliches Bildungskonzept zu entwickeln. Laufende Informationen gibt es im Internet unter www.jugendfeuerwehr.de.

Quelle: DFV-Presseinformation Nr. 58/2012 vom 2. Oktober 2012