Alternative Rettungsmethoden geübt

Der Schweller des Fahrzeugs Nr. 1 wird mit dem Trennschleifer eingeschnitten.
Der Schweller des Fahrzeugs Nr. 1 wird mit dem Trennschleifer eingeschnitten.

Am Montag, 14. Juli, stand das Thema „Alternative Rettungsmethoden“ auf dem Übungsplan der Feuerwehr Otterberg. Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehreinheiten Niederkirchen und Schallodenbach nahmen aufgrund des interessanten Themas an der Übung teil. Zwei Fahrzeuge hatte der Übungsleiter vorbereitet.

In der Regel benutzt die Feuerwehr hydraulische Rettungsgeräte, um eingeklemmte Personen aus einem Unfall-PKW zu befreien. Bei dieser Übungseinheit erfolgte die Rettung beim ersten Fahrzeug jedoch ohne die Standardgeräte.

Das erste Übungsobjekt war ein unvorbereitetes Altfahrzeug. Die Fahrzeugtüren wurden mit einem gewöhnlichen Schraubenschlüssel und einem Bolzenschneider demontiert. Das komplette Unfallfahrzeug wurde anschließend mit Hilfe einer Seilwinde „unter Spannung“ gesetzt. Die Säulen des Fahrzeugdachs wurden mit einer Metallsäge durchtrennt. Danach wurden die Schweller mit einem Trennschleifer eingeschnitten. Der vordere Fahrzeugbereich kippte, nachdem die Seilwinde weiter eingefahren wurde. Die Rettung des Fahrers oder Beifahrers wäre in diesem Stadium möglich gewesen.

Die Arbeiten am Fahrzeug Nr. 2 laufen. Oben links Fahrzeug Nr. 1.
Die Arbeiten am Fahrzeug Nr. 2 laufen. Oben links Fahrzeug Nr. 1.

Das zweite Übungsobjekt hatte der Übungsleiter auf die Beifahrerseite gekippt. Zur angenommenen Lage sagte er lediglich, dass das Fahrzeug mit dem Dach an einer Wand steht und sich nur der Fahrer darin befindet. Nachdem die Einsatzkräfte das Fahrzeug mit speziellen Stützen gesichert hatten, stellten sie die sogenannte LKW-Plattform auf. Sie öffneten die Fahrertür, nahmen Kontakt zu dem Fahrer auf und sicherten die Tür mit einer Leine. Eine Übungspuppe stellte den verunfallten PKW-Fahrer dar.

Die Einsatzkräfte entfernten die zweite Tür auf der Beifahrerseite, damit ein Feuerwehrangehöriger zur Betreuung des Fahrers in das Unfallfahrzeug einsteigen konnte. Den Schweller auf der Fahrerseite schnitten die Wehrleute an zwei Stellen ein und führten die Einschnitte auf der Bodenunterseite bis zur Fahrzeugmitte fort. Durch Herunterklappen des abgeschnittenen Bodenblechs war die Rettung des verunfallten Fahrers, dargestellt durch eine Übungspuppe, möglich.

Fahrzeug Nr. 2 nach der Übung.
Fahrzeug Nr. 2 nach der Übung.

Die Übung dauerte über zwei Stunden und zeigte den anwesenden Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, dass es bei Rettungseinsätzen nicht nur eine Möglichkeit gibt.