„Doppelt im Einsatz“

Die landesweite Werbekampagne geht mit einem neuen Motiv in die nächste Runde.

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Koblenz – Der Landesfeuerwehrverband (LFV) Rheinland-Pfalz geht mit einem neuen Anzeigen-Motiv in der landesweiten Werbekampagne in die nächste Runde. Unter dem Motto „Doppelt im Einsatz“ wurde das erste Anzeigen-Motiv an Innenminister Roger Lewentz bei einem Besuch des Ministers im Bildungszentrum des LFV vorgestellt. Damit soll in der Öffentlichkeit auf den ehrenamtlichen Hintergrund des Feuerwehrwesens in Rheinland-Pfalz aufmerksam gemacht werden. „Es wird mehr und mehr ein Problem, dass weithin nicht bekannt ist, dass nicht bloß einige wenige, sondern die weitaus meisten Feuerwehren auch in größeren Städten auf ehrenamtlichem Einsatz beruhen“, erklärt LFV-Präsident Frank Hachemer dazu. Gerade in der Wirtschaft führe dies dazu, dass immer öfter Beschäftigte mit Feuerwehr-Hintergrund nicht so gerne gesehen seien: „Arbeitgeber meinen, die fehlen dann zu häufig am Arbeitsplatz.“ Das Gegenteil sei der Fall: „Wenn die Arbeitgeber nicht erkennen, dass nur viele Beschäftigte mit Feuerwehr-Engagement auch den Schutz für das eigene Unternehmen sicherstellen, haben sie selbst letztlich ein Problem. Denn rein hauptamtliche Feuerwehren seien ein um viele Millionen teureres Modell“ – und auch dann müsse man sich darüber unterhalten, wer diese Kosten zu tragen habe.“ Außerdem seien Feuerwehr-Mitglieder in der Belegschaft eine sichere Qualitäts-Komponente: „Feuerwehrleute können besonders verantwortungsbewusst und im Team arbeiten, sind sensibel in Fragen der Sicherheit, zeigen Einsatz und denken mit – alles Eigenschaften, die im Arbeitsleben stark nachgefragt sind.“

LFV-Präsident Frank Hachemer, Innenminister Roger Lewentz und LFV-Geschäftsführer Michael Klein
LFV-Präsident Frank Hachemer, Innenminister Roger Lewentz und LFV-Geschäftsführer Michael Klein

Im Oktober fand im Mainzer Innenministerium ein erstes Gespräch der Spitzenvertreter des rheinland-pfälzischen Feuerwehrwesens und aus Wirtschaftsverbänden über die Freistellung von Arbeitnehmern für den Einsatzdienst statt. Dort hatte der LFV-Präsident die Entwicklung beschrieben, dass Arbeitnehmer nicht mehr so einfach von ihren Arbeitgebern für den Feuerwehreinsatz und die notwendige Ausbildung freigestellt werden.

Innenminister Lewentz: „Es geht darum, in unserer Gesellschaft das Klima dahingehend zu verändern, das immer problemlos mal ein Arbeitnehmer am Arbeitsplatz fehlen kann, um Feuerwehrdienst zu leisten. Da wollen wir gar nicht auf die bestehende gesetzliche Verpflichtung der Arbeitgeber pochen.“ Es müsse deutlicher werden, dass ein Unternehmen gut daran tue, die Feuerwehr so zu unterstützen – „denn schließlich schützt die ja den betreffenden Betrieb. Diese Sicherheit rechtfertigt die Unannehmlichkeiten einer fehlenden Arbeitskraft sowohl für Unternehmer als auch für Beschäftigte, deren Arbeitsplatz geschützt wird, allemal.“

Verbandsdirektor Winfried Manns, Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz: „Viele Kommunen als Aufgabenträger der Feuerwehren gehen bereits mit guten Beispiel voran. Ohne Mitwirkung ehrenamtlicher Feuerwehrangehöriger wäre der Fortbestand des sehr leistungsfähigen Schutz- und Hilfeleistungssystems in Rheinland-Pfalz nicht möglich. Bei der Gewährleistung eines wirksamen Brand- und Katastrophenschutzes ist eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Aufgabenträgern und der Wirtschaft im Rahmen einer Sicherheitspartnerschaft für beide Seiten nutzbringend. Die Arbeit der Feuerwehr ist ein wichtiger Eckpfeiler unserer öffentlichen Sicherheit. Um diesen weiter zu stützen und das ehrenamtliche Engagement weiter zu stärken, sollten die kommunalen Arbeitgeber und kommunal beherrschten Unternehmen von der Möglichkeit einer Freistellung möglichst großzügig Gebrauch machen.“

Winfried Manns,Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz und LFV-Präsident Frank Hachemer
Winfried Manns,Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz und LFV-Präsident Frank Hachemer

Der LFV will nun mit diesem neuen Kampagnen-Motiv Arbeitgeber motivieren, ihre Arbeitnehmer für ihren ehrenamtlichen Einsatz auch während der Arbeitszeit vermehrt freizustellen und sie auf die Situation aufmerksam machen. „Sicher ist mir bewusst, dass es nicht immer aufgrund der betrieblichen Situation möglich ist, einen Arbeitnehmer freizustellen“ so Präsident Hachemer, aber eine grundsätzliche Bereitschaft dem Arbeitnehmer gegenüber zu geben, ist ein großer Vorschritt und zeigt, dass es in die richtige Richtung geht.

LFV-Präsident Hachemer: „Wir haben bewusst mit einem Motiv mit kommunalem Arbeitgeber die Kampagne begonnen, denn wir wollen der Wirtschaft zeigen, dass von dieser Seite das richtige Signal kommt: Man ist sich bewusst, einen Beitrag zur Förderung des Engagements in unseren Feuerwehren zu leisten. Und da ist die ganze Wirtschaft gefragt.“

Quelle: LFV-Presseinformation vom 15. Dezember 2015