Feuerwehr übt Gefahrguteinsatz

„Anfangs als Brand auf einem Werksgelände gemeldet, stellte sich die Situation nach der ersten Erkundung des Einsatzleiters als Gefahrguteinsatz für die Feuerwehr heraus“, hätte vielleicht als erste Zeile in einer Zeitung gestanden, wenn die letzte Übung der Feuerwehr Otterberg am Montag, 23. Mai, real gewesen wäre.

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Solche Schilder (weißes Kreuz auf grünem Grund) markieren die Rettungspunkte. Der Rettungspunkt 6412-932 liegt an der L387 zwischen Otterberg und Höringen (Einfahrt Betonstraße).

Die „Autoren des Drehbuchs“ hatten sich ein anspruchsvolles Szenario ausgedacht. Calciumcyanid ist sehr giftig und zugleich als umweltgefährdend eingestuft. Sogar über die Haut wird der Stoff aufgenommen und kann auch zu einer Atemlähmung führen. Daher war laut Drehbuch ein Feuerwehrmann, ausgerüstet mit Atemschutz, kurzfristig bewusstlos, weil er mit dem Stoff in Kontakt gekommen war. Außerdem ist Wasser, in der Regel das Löschmittel der Feuerwehren, in diesem Fall nicht geeignet. Aufgrund der Reaktion können sich giftige Gase bilden.

Weißes Bindemittel simulierte den Stoff, der in der Realität in der Galvanotechnik eingesetzt wird. Nur unter Vollschutz waren die Einsatzkräfte in der Lage, im Bereich des Stoffes die notwendigen Einsatzmaßnahmen zu ergreifen. So wurde das Calciumcyanid mit Planen gegen den angekündigten Regen abgeschirmt und die Kanaleinläufe verschlossen, damit der Stoff nicht in den Kanal gelangt.

Ein weiterer Bestandteil der Übung war das Eintreffen des Gefahrstoffzugs des Landkreises, der bei solchen Einsätzen die örtliche Feuerwehr unterstützt. Danach wurde das Gefahrgut mit Hilfe von Schaufeln in einen Behälter umgefüllt. Gegen Ende der Übung wurden die unter Vollschutz eingesetzten Helfer dekontaminiert und stiegen danach aus den Schutzanzügen.