Historischer Schlauchwagen
Historischer Schlauchwagen

Das Jahr 1875 wird als Gründungsjahr der Feuerwehr Olsbrücken angesehen. Damals verfügte die Gemeinde bereits über eine Löschausstattung, darunter eine vierrädrige Fahrspritze, einen 16 Meter langen Hanfschlauch sowie zwei Feuerleitern. Jedoch gab es einige Mängel und Beanstandungen, beispielsweise der geringe Durchmesser der Schläuche. Diese wurden, soweit überliefert, im gleichen Jahr abgestellt. Im Folgejahr erhielt Olsbrücken einen Zuschuss, um Brunnen bauen zu können.

Im Jahr 1880 stehen der Feuerwehr Olsbrücken 93 Mann zur Verfügung, die sich in Führung und vier Abteilungen gliedern. Jede Abteilung hat zugewiesene Aufgaben an der Brandstelle zu erfüllen. Die erste Abteilung hat beispielsweise die Aufgaben Rettung von Menschen und Tieren sowie die Schlauchführung. Alle Männer zwischen 20 und 50 Jahren mussten Feuerwehrdienst leisten. Es gab nur einige Ausnahmen, beispielsweise für Geistliche und Militärangehörige.

1897/1898 wurde eine neue Spritze angeschafft. Eine Druck- und Saugspritze der Firma Vogel aus Speyer. Es traten jedoch Funktionsmängel auf. Es ist überliefert, dass ein sachkundiger Monteur des Herstellers bei einer Übung hinzugezogen werden sollte. Bis zur Beseitigung der Fehler sollte die Spritze nicht mehr genutzt werden. Außerdem wurde eine Person bestimmt, die mindestens alle vier Wochen das Gerät überprüfen sollte.

Mannschaft Olsbrücken im Jahr 1990
Mannschaft Olsbrücken im Jahr 1990

1903 hatte die Wehr 20 Uniformröcke und 40 Mützen. Mehrfach hatten sich die Wehrleute für Uniformen eingesetzt, die aber die Gemeinderäte in den vorangegangenen Jahren abgelehnt hatten. Zur Bekämpfung des Feuers wurde eine große Schiebeleiter mit Leiterwagen gekauft. Die Leiter war ausgezogen zwölf Meter lang.

Bis zum Beginn des ersten Weltkrieges 1914 wurde die Ausrüstung weiter verbessert. Beispielsweise wurde eine Schlauchhaspel an den vorhandenen Leiterwagen angebracht. Weiter wurden zwei Leitern, 6,40 Meter und 9,70 Meter lang, gekauft. Die Wehr beschaffte auch weitere Uniformen und Helme.

Während den Kriegsjahren 1914 bis 1918 reduzierte sich die Mannschaftsstärke von 86 auf 42 Personen. So weit möglich wurde der Feuerwehrdienst aufrecht erhalten.

1921 wurde eine neue Spritze gekauft. Die alte vierrädrige Spritze wurde für 90 Mark an zwei Privatpersonen versteigert.

VW Bus T2 FF Olsbrücken
VW Bus T2 FF Olsbrücken

Bei der Feuerwehrbesichtigung am 1. Juni 1927 stellte man keine Mängel fest. Das gute Verhältnis zwischen Gemeinde und Feuerwehrführung wurde gelobt. Jedoch wurden fehlende Wasserschläuche in den folgenden Jahren angeschafft, darunter mehrere Meter Hanf- und Gummischläuche. Das königliche Bezirksamt Kaiserslautern gewährte dafür Zuschüsse.

1937 bestand die Feuerwehr Olsbrücken aus 102 Wehrmännern. 1937/1938 wurde der „weibliche Luftschutz“ eingeführt. Die Angehörigen wurden auch im Bereich des Löschwesens ausgebildet. Dazu wurde auch eine gemeinsame Übung abgehalten. 1938 wurden die Abteilungen aufgelöst. Grund dafür war, dass jeder Mann jedes Löschgerät bedienen sollte.

1941/1942 wurde eine neue trag- und fahrbare Kraftspritze angeschafft. Das Model Rekord Type II der Maschinenbau Aktiengesellschaft Balcke aus Frankenthal kostete 4.257,05 Reichsmark. Die Kosten teilten sich die Orte Hirschhorn, Unter- und Obersulzbach sowie Olsbrücken anhand der Einwohnerzahlen anteilsmäßig auf. Der Staat gab einen Zuschuss von 1.700 Reichsmark. Ein Maschinist wurde für die besondere Wartung und Pflege bestellt. Er erhielt dazu auch eine besondere Ausbildung an der Feuerwehrschule Regensburg und hatte zwei Stellvertreter.

Am 30. März 1942 rückte die Feuerwehr Olsbrücken zur Bekämpfung eines Hochwassers aus. Auslöser war ein plötzlicher Regenfall.

1943 war die Wehr öfters zur Suche nach ausgebrochenen Kriegsgefangenen, die im Olsbrücker Gefangenenlager untergebracht waren, sowie für Nachtwachen an den Orts- und Waldausgängen eingesetzt. Es wurde eine Alarmgruppe gebildet, die am 10. und 11. April 1943 beim Einflug englischer Flieger in Bereitschaft trat. Es gab noch zehn Feuerwehrmänner. Weiter unterstützten 24 Personen der HJ und 34 ältere Männer und Frauen die Brandbekämpfung.

TLF 8/18, Baujahr 1987
TLF 8/18, Baujahr 1987

Die Feuerwehr Olsbrücken war im August 1944 nach den Luftangriffen auf Kaiserslautern eingesetzt. Die Wehrleute bekämpften Brände auf der Lampertsmühle, Kotten, Lauter- und Kanalstraße. Im gleichen Jahr rückte die Wehr zweimal zur Brandbekämpfung nach Ludwigshafen aus.

Den wohl größten Löscheinsatz hatte die Feuerwehr Olsbrücken am 17. Dezember 1944. Nach einem Fliegerangriff standen verschiedene landwirtschaftliche Gebäude in Brand.

Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 begann man unverzüglich mit dem Neuaufbau der Wehr. Am 29. Juli 1945 trat die neugebildete Feuerwehr zur Einteilung im Schulhof an.

1951 bestand die Wehr aus 36 Wehrmännern. Ihnen stand unter anderem eine Tragkraftspritze mit Anhänger, eine zwölf Meter lange Ausziehleiter, eine Schlauchkarre und eine Handdruckspritze zur Verfügung. Außerdem stand in der Neumühle eine betriebseigene Tragkraftspritze bereit. Die Alarmierung erfolgte durch Feuerhörner und durch besonderes Läuten der Kirchenglocken.

1956 wurde aufgrund eines entsprechendes Erlasses der Wehrleiter der Gemeindefeuerwehr in das Beamtenverhältnis als Ehrenbeamter berufen. Im gleichen Jahr beschloss der Gemeinderat die Anschaffung einer Tragkraftspritze (TS 8) der Firma Magirus mit einem VW Motor.

1959 wurden eine Feuerwehrsirene und ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) beschafft.

TLF 16/24-Tr. (Abholung im Werk des Aufbauherstellers)
TLF 16/24-Tr. (Abholung im Werk des Aufbauherstellers)

Der Gemeinderat beschloss 1971 den Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeuges. Der VW Bus wurde von der Firma Bachert aus Bad Friedrichshall ausgebaut und kostete netto 6.160 DM.

Zum 1. Januar 1975 geht der Brandschutz auf die Verbandsgemeinden über., die 1972 gegründet wurden. Anfangs sollte die Feuerwehr Olsbrücken aufgelöst werden, weil man drei Standorte innerhalb der Verbandsgemeinde Otterbach als ausreichend ansah. Zeitweise stand in Olsbrücken kein Feuerwehrfahrzeug. Erst 1977 entschied sich der Verbandsgemeinderat für einen Feuerwehrstandort in Olsbrücken. Es wurde ein Neubau beschlossen. 1979 erhielt die Wehr ein neues Feuerwehrfahrzeug, das jedoch in einer angemieteten Scheune untergestellt war. Der Stellplatz im alten Gerätehaus war zu klein.

Am 29. Januar 1987 wurde das neue Feuerwehrhaus feierlich eingeweiht. Die Planungen hatten bereits 1983 begonnen. 1986 wurde es fertiggestellt.

Am 9. Juli 1988 erhielt die Feuerwehr Olsbrücken zwei neue Fahrzeuge: Ein Tanklöschfahrzeug (TLF) mit einem 2.100 Liter großen Löschwassertank und ein Mehrzweckfahrzeug (MZF).

1992 beschaffte der Feuerwehrförderverein Olsbrücken einen gebrauchten VW Bus und baute es in Eigenregie um. Im Jahr 2000 wurde es durch einen neueren gebrauchten VW Bus ersetzt. Auch diesmal wurde es in Eigenregie umgebaut. Im gleichen Jahr feierte die Wehr ihr 125-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Fest.

Brandsicherheitswache auf der WM-Meile im Jahr 2006 in Kaiserslautern
Brandsicherheitswache auf der WM-Meile im Jahr 2006 in Kaiserslautern

Im Jahr 2002 rückte die Feuerwehr Olsbrücken zu einigen außergewöhnlichen Einsätzen aus. Am 13. Februar stand die Spielfläche des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern unter Wasser. Das Länderspiel Deutschland – Israel drohte wörtlich „ins Wasser zu fallen“. Feuerwehren aus der Region beseitigten mit Wassersaugern den „Spielverderber“. Vom 26. bis 29. August waren einige Kräfte der Feuerwehr Olsbrücken in Döbeln (Sachsen), um dort die Folgen eines Hochwassers zu beseitigen.

Im Jahr 2005 erhielt die Wehr ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24-Tr). Das Fahrzeug war bis ins Jahr 2015 in Olsbrücken stationiert und steht nun in Mehlbach. Im Jahr 2006 war die Feuerwehr Olsbrücken, wie auch andere Wehren aus der Region, während der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland im Jahr 2006 auf der WM-Meile in Kaiserslautern eingesetzt. Am 12. Oktober 2008 und in den Folgetagen waren die Wehrleute aus Olsbrücken in Rodenbach im Einsatz. Es brannten mehrere Lagerhallen eines Reifengroßhändlers.

Im Jahr 2014 erhielt die Feuerwehr Olsbrücken ein Mehrzweckfahrzeug 2 (MZF 2) und ersetzte das MZF. Ein Jahr später wurde das Mittlere Löschfahrzeug (MLF) in Dienst gestellt.

Quelle u.a. Festschrift der Feuerwehr Olsbrücken anlässlich des 125-jährigen Jubiläums im Jahr 2000