Historische Feuerwehr-Mannschaft
Historische Feuerwehr-Mannschaft

Die bayerische Gesetzgebung verabschiedete am 10. März 1852 eine sogenannte „Feuerlöschorganisation“, die auf ältere Ordnungen aufbaute und die gesamte Bevölkerung zu Löschdiensten heranzog. Daher gilt das Jahr 1852 als das Gründungsjahr der Feuerwehr Otterberg.

In der „Otterberger Kapitulation“ vom 16. Juni 1579 ordnete Pfalzgraf Johann Casimir in Punkt 15, wegen der oftmals notdürftigen Feuerstellen, die Errichtung einer Feuerwache an. Also gab es schon zuvor einen organisierten Löschdienst in Otterberg.

In Otterberg waren schon vor 1852 Löschgeräte vorhanden, so z.B. eine um 1700 gebaute „Löschmaschine“ und eine in 1813 gebaute Spritze aus Kirchheim-Bolanden. Drei Jahre nach der Gründung wurde eine neue Spritze beschafft.

Am 4. Juli 1868 machte der Turnverein der Stadt Otterberg das Angebot, eine Feuerwehr zu gründen, das jedoch abgelehnt wurde. Erst 1876 wurde eine freiwillige Feuerwehr gegründet, die regelmäßig übte. 1879 diente ein Nebengebäude auf dem Anwesen der Catherina Aufschnaiter in der Hintergasse als Spritzenhaus. Am 31. Juli 1880 wurden aufgrund einer neuen Löschordnung alle Feuerwehren, auch die freiwilligen Feuerwehren, in Pflichtfeuerwehren umbenannt.

Am 01. Juni 1882 fand der erste Kreisfeuerwehrtag in Otterberg statt. Weitere folgten 1898 und 1909. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums (14. und 15. Juni 1952) fand der bis heute letzte Kreisfeuerwehrtag in Otterberg statt.

1885 wurde eine Unterstützungskasse für die Feuerwehren im Amtsbezirk Kaiserslautern zur Versorgung von verletzten Feuerwehrleuten und deren Angehörigen gegründet.

Die Stadt Otterberg bewilligte 1888 600 Mark für den Kauf einer zweirädrigen Handspritze und 1889 wurde von der Stadt Kaiserslautern eine Hydrophor für 1.400 Mark gekauft.

Zwei Spritzen und eine Hydrophor
Zwei Spritzen und eine Hydrophor

Am 7. Mai 1912 wurde das neue Spritzenhaus eingeweiht. Bis 1988 wurde diese Unterkunft für die Feuerwehr Otterberg genutzt.

Die Umwandlung der Pflichtfeuerwehr Otterberg in die Freiwillige Feuerwehr Otterberg erfolgte am 7. Mai 1927. Im gleichen Jahr wurde eine 14 Meter hohe fahrbare Leiter gekauft.

Die erste Motorspritze wurde am 23. Oktober 1938 in Dienst gestellt. Das erste Fahrzeug, ein LF 15, wurde 1943 für Überlandhilfe bei Luftangriffen angeschafft.

Nach Kriegsende beschlagnahmten die Amerikaner das LF 15 und die Motorspritze. Die Feuerwehr wurde aufgelöst.

Im zweiten Halbjahr 1945 begann der Wiederaufbau der Feuerwehr.

Am 11. Mai 1949 trat für das neue Bundesland Rheinland-Pfalz das Landesbrandschutzgesetz in Kraft.

Am 1. Januar 1975 wurden die Verbandsgemeinden Träger des Brandschutzes. Die Freiwillige Feuerwehr Otterberg wurde somit Teil der Verbandsgemeindefeuerwehr Otterberg.

Das 125-Jubiläum wurde am 18. Juni 1977 gefeiert.

TLF 16 der Feuerwehr Otterberg. Bild: Alfred Grad
TLF 16 der Feuerwehr Otterberg. Bild: Alfred Grad

Durch das neue Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz (LBKG) vom 2. November 1981 wurde der Aufgabenbereich der Feuerwehren in Rheinland-Pfalz auf die Bereiche Allgemeine Hilfe und Umweltschutz erweitert. Diese beiden Bereiche, die unter dem Begriff „Hilfeleistung“ bei der Feuerwehr zusammengefasst werden, machen heute fast 80 Prozent der Einsätze aus. Die restlichen 20 Prozent sind Brände.

Am 13. Mai 1988 wurde das neue heutige Feuerwehrhaus in der Hauptstraße 8a eingeweiht. Die Gründung der Jugendfeuerwehr erfolgte am 30. März 1990.

Am 2. Juli 1999 verunglückte das TLF 24/50 der Feuerwehr Otterberg bei einer Nachbarschaftshilfe für die Feuerwehr Hochspeyer am sogenannten „Baalborner Kreuz“. Drei Feuerwehrmänner wurden damals verletzt. Als Ersatzfahrzeug wurde ein TLF 16/45-W ist Dienst gestellt. Es war das erste Fahrzeug dieser Art in Rheinland-Pfalz.

Im Frühjahr 2003 konnte ein neuer RW als Ersatz für den alten RW 2 in Dienst gestellt werden. Das alte Fahrzeug wurde an einen Feuerwehrfahrzeughändler verkauft.

DLK 18/12 auf dem Geisberg
DLK 18/12 auf dem Geisberg

Die Drehleiter DLK 18/12 CS wurde im September 2005 offiziell in Dienst gestellt. Nach dem Bau des Feuerwehr/Bauhof-Gebäudes in Otterberg war dieses Fahrzeug die teuerste Investition der Verbandsgemeinde Otterberg im Feuerwehr-Bereich.

Am 29. April 2007 kurz vor 12 Uhr unterschrieben die Feuerwehren aus Gueugnon und Otterberg die Partnerschaftsurkunden. Nach der Feuerwehr Zimmern ob Rottweil (Baden-Württemberg) ist Gueugon die zweite Feuerwehr, mit der die Otterberger Wehr verbunden ist. Seit 1995 sind die Wehren aus den beiden südwestlichen Bundesländern kameradschaftlich befreundet.