Nach Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden.
Nach Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden.

Am 28. und 29. April 2007 besuchten zwölf Feuerwehrangehörige aus Otterberg die Feuerwehr in der französischen Partnerstadt Gueugnon. Anlass waren die Besiegelung einer Partnerschaft zwischen den beiden Wehren und die Einweihung des „Fontaine d‘ Otterberg“ (Brunnen Otterberg).

Wachbesichtigung und Brunneneinweihung

Am Samstagmorgen um 4 Uhr brachen die Wehrleute zu ihrer Frankreichreise auf. Nach einem Mittagessen im Gemeindehaus Gueugnon stand eine Wachbesichtigung auf dem Plan. David Connot und Stéphane Baudin zeigten den Otterberger Wehrleuten ihre französische Feuerwache. Während die Einsatzzentrale erklärt wurde kam ein Alarm.

Ein Fahrradfahrer hatte sich einen Oberschenkel durch einen Sturz gebrochen. Ein Rettungswagen und ein Jeep mit einer Krankenschwester rückten daraufhin aus. Die medizinische Notfallrettung wird in Frankreich von den Feuerwehren sichergestellt. Krankentransporte übernehmen private Anbieter.

Nach der Besichtigung nahmen die Feuerwehrleute aus Otterberg an der Brunneneinweihung teil. Der Besuch einer Ausstellung schloss sich an. Die Chöre und Musikvereine beider Städte besiegelten nach einem gemeinsamen Abendessen im Gemeindehaus ihre Partnerschaften.

Während dem anschließenden Fest mit Tanzmusik musste die Feuerwehr Gueugnon erneut ausrücken. Jedoch kam für einen Traktorfahrer, der unter dem umgestützten Fahrzeug eingeklemmt war, jede Hilfe zu spät.

Nach Schauübung Unterzeichnung der Partnerschaft

Schauübung der Feuerwehr Gueugnon
Schauübung der Feuerwehr Gueugnon

Am Sonntagvormittag wurden die Gäste aus der Pfalz an der Feuerwache Gueugnon empfangen. Während einer Schauübung simulierten die französischen Wehrleute eine Personenrettung nach einem Verkehrsunfall. Das Unfallszenario war auf dem großen Platz vor der Feuerwache aufgebaut. Zwei Fahrzeuge waren zusammengestoßen. Ein verletzter Fahrer musste aus seinem verunfalltem Auto befreit werden.

Nach einer medizinischen Erstversorgung wurde das Fahrzeugdach abgetrennt. Mehrere Helfer hoben anschließend mit einem Rettungsbrett den Verletztendarsteller aus dem Fahrzeug heraus. Mit Applaus der über 100 Zuschauer aus Otterberg ging die Übung zu Ende. Danach unterzeichneten der Bürgermeister von Gueugnon Alain Bailly, Feuerwehrchef von Gueugnon Frédéric Jacob, Bürgermeister Ulrich Wasser und Wehrführer Hendrik Braun die Partnerschaftsurkunden.

Braun erinnerte in seiner Rede, dass die Otterberger Wehrleute anfangs wegen der Sprachbarriere einer Partnerschaft skeptisch gegenüberstanden. Jedoch seien die Feuerwehrleute auch ohne gemeinsame Sprache zusammengewachsen. Jacob sagte, dass die Feuerwehren aus Deutschland und Frankreich zwar unterschiedliche Wege gehen, aber das gleiche Ziel verfolgen. Braun überreichte seinem französischen Kollegen Jacob eine Figur des Heiligen Florians. Er ist der Schutzpatron der deutschen Feuerwehrleute.

Von links: Claude Fourrier, Günther Rettig, Jörg Tremmel, Hendrik Braun, Udo Krauß, Martina Straus, Patrick Klehr, Matthias Carra, Patrick Thümmel, Michael Metzger, Nicole Klein, Harald Laier und Achim Zschunke. Dahinter ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Gueugnon mit 12.000 Liter Löschwasser.
Von links: Claude Fourrier, Günther Rettig, Jörg Tremmel, Hendrik Braun, Udo Krauß, Martina Straus, Patrick Klehr, Matthias Carra, Patrick Thümmel, Michael Metzger, Nicole Klein, Harald Laier und Achim Zschunke. Dahinter ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Gueugnon mit 12.000 Liter Löschwasser.

Das Gegengeschenk war ein französischer Feuerwehrhelm. Wasser überreichte zudem jedem Jugendfeuerwehrangehörigen aus Gueugnon ein kleines Präsent. Der Nachwuchs hatte einen Tag zuvor bei einem Jugendfeuerwehrwettbewerb auf Département-Ebene den ersten Platz errungen. Kurz vor der Unterzeichnung musste ein Rettungswagen zu einem medizinischen Notfall ausrücken. Von den etwa 400 Einsätzen pro Jahr entfallen 300 auf die medizinische Hilfe.

Nach dem Mittagessen auf der Ausstellung traten die Wehrleute die Heimreise an. Udo Krauß, Michael Metzger und Achim Zschunke übersetzten während der Fahrt. Untergebracht waren die meisten Wehrleute bei Claude Fourrier. Er ist beruflich als Werkfeuerwehrmann tätig.